Krankenhausinformationssystem im GKH Berlin

Krankenhausinformationssystem CLINIXX im GKH: Interoperabel, webbasiert, zukunftssicher

Das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe setzt auf Best-of-Breed Lösungen der United Websolutions mit dem Krankenhausinformationssystem CLINIXX von AMC im Mittelpunkt

Das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe (GKH) ist ein Akuthaus der Regelversorgung in Berlin mit rund 400 Planbetten. Seine IT hat das GKH schon früh sehr modern aufgestellt – mit Web-Technologie und Best-of-Breed-Lösungen.

Schon 2004 suchte man hier nach einem zukunftsfähigen KIS, erklärt Moritz Vorbrodt. Vor sechs Jahren kam Vorbrodt zum GKH als Organisations- und Prozessmanager und kümmert seitdem sich um die Belange von Ärzten, Pflegenden und Therapeuten in Zusammenarbeit mit der IT. „Sie alle sprechen eine unterschiedliche Sprache, betont der Organisationsmanager, „und ich vermittle zwischen den Erwartungshaltungen, etwa im Leitungskreis und den Verantwortungskreisen im Haus.“

Rasch wurde 2004 den Entscheidern klar, dass die künftige Lösung zukunftsweisend sein – und daher auf Webtechnologie aufbauen – sollte. Dies war auch der explizite Wunsch des – Geschäftsführers und ärztlichen Leiters Prof. Dr. med. Harald Matthes. So entschied sich das Haus für „Best-of Breed“ und interoperable Lösungen – mit dem Krankenhausinformationssystem (KIS) CLINIXX von AMC als Herzstück. Schrittweise, so Vorbrodt, erfolgte die Erweiterung durch Module aus der Initiative United Web Solutions (UWS): apenio kam hinzu, für das Pflegemanagement mit den ganz speziellen Ansprüchen an die Dokumentation. Ein ID-Modul hatte die Unterstützung für die medizinischen Dokumentationsassistenten/innen im Kontext der Abrechnungssicherung ebenso zum Ziel wie für die Medizincontroller im MD-Kontext. Timerbee von Imilia folgte für die OP-Terminierung. Medatixx übernahm das ambulante Patientenmanagement.  Und Patientenformulare sowie entsprechende Workflows des Softwarehauses freiblick dienen dem Onboarding und der Patientenbefragung. Transact wiederum sorgte für das professionelle Controlling und Business Intelligence auf Basis von Qlik – Neben diesen UWS-Lösungen wurden Subsysteme wie Laborinformationssystem (LIS), Radiologieinformationssystem (RIS) und Kardio-Informationssystem (CVIS) und weitere an das KIS angebunden.

Krankenhausinformationssystem CLINIXX: Umsetzung und Betrieb

„UWS garantiert, dass die Systeme der Initiative miteinander nahtlos kommunizieren können“, unterstreicht Vorbrodt. „Das funktioniert!“ Die Festlegung von Daten in der Startphase sei gängiges Projektgeschäft. Der Organisationsmanager weiter: „Wenn es im Betrieb einmal ein Problem gibt, dann kümmern sich die Leute von UWS. Die Anflanschung von Softwarelösungen Dritter ist im Vergleich zu den UWS-Produkten etwas aufwändiger, und mitunter entstehen Schwierigkeiten bei der Verantwortung, wenn es hakt.“

Im Betrieb erhalten Anwender den benutzerfreundlichen Eindruck, sie würden nur innerhalb eines Systems – des KIS – arbeiten. Nach der Anmeldung im KIS werden die Nutzerdaten in die anderen UWS-Systeme durchgereicht. Der Zugriff auf die UWS-Programme erfolgt über einen Fremdprogrammaufruf – ein nahtloser Vorgang, der sich für Nutzer oft wie das Weiterarbeiten innerhalb von CLINIXX anfühlt.

Diese Vorteile gibt es beim Arbeiten mit Systemen außerhalb UWS – also etwa RIS und CVIS nicht. Hier funktioniert der Datenaustausch über die Schnittstelle mit Auftrag- und Befundübermittlung gut, aber Mitarbeitende müssen sich separat anmelden, so der Organisationsmanager.

So funktioniert der Informationsfluss

Der Informationsfluss zwischen dem KIS und den Subsystemen ist bequem. Alle Untersuchungen werden so z.B. über das KIS beauftragt – etwa das Legen eines Herzkatheters über das CVIS, in dem auch dokumentiert wird. Alle für die Abrechnung notwendigen Informationen kommen am Ende zurück ins CLINIXX. Dort lassen sich unter anderem über einen MD-Mandanten die Unterlagen aus verschiedenen Systemen für die Prüffallbearbeitung zur Verfügung stellen.

„Sicherzustellen, dass dieser Informationsfluss auch bei der Neuanschaffung von Softwaresystemen funktioniert, ist Teil meiner Aufgaben“, erklärt Vorbrodt.

Die Patientendaten bleiben im GKH – unter Aufsicht ärztlicher Führung laut der Berliner gesetzlichen Vorgaben. „Ferner wäre die Telekommunikations-Infrastruktur am Rand von Berlin für die Cloud noch nicht geeignet“, urteilt der Organisationsmanager.

Anwendungsbeispiel Patienten-Onboarding

„Komplett papierlos arbeiten – dieses Ziel haben wir noch nicht in allen Bereichen erreicht“, ist sich Vorbrodt im Klaren. „Corona hat uns beispielsweise bei der Digitalisierung von Behandlungs- und Wahlleistungsverträgen aufgrund der Desinfektionsproblematik ausgebremst.“ Diese Unterlagen werden nach dem Gespräch mit dem Patienten bzw. der Patientin umgehend eingescannt, Patienten erhalten das einzige Original ausgehändigt. Gemeinsam mit den anderen Elementen der Patientenakten werden sie im KIS archiviert.

Als Teil des Spektrums an Applikationen kommt freiblick für die  Schmerztherapie und Geriatrie sowie für das Forschungsinstitut Havelhöhe zum Einsatz. „Über freiblick machen wir die Anamnese-Fragebögen online verfügbar. Den Datenschutz sichern wir dadurch, dass der Patientenbezug zum ausgefüllten Dokument durch uns im KIS hergestellt wird. Zwei-Faktor-Authentifizierung unterstützt den sicheren Ansatz. Positiv ist auch, dass wir den Stand der Bearbeitung beobachten können“, sagt Vorbrodt. Sobald der Patient ein Formular freigibt, wird es im KIS zur Verfügung gestellt. „Dieser Ansatz reduziert unseren Personalaufwand, verringert die Verweildauer und vermeidet den Eindruck bei den Patienten, dass sie allein für diesen Anamneseprozess viel Zeit  im Krankenhaus verbringen müssen.“

– Derzeit führt das im GKH ansässige Forschungsinstitut in diesem Zusammenhang eine umfangreiche Befragung dahingehend durch, wie die zusätzlichen Behandlungen angenommen werden – und welchen Eindruck Patienten erhielten.

Perspektiven

Auf die Anforderungen der Telematikinfrastruktur (TI) ist das GKH bestens vorbereitet, stellt der Organisationsmanager fest. „AMC hat uns gut an die Hand genommen. Wir sind seit mehr als zwei Jahren an die TI angeschlossen – mit Aspekten wie Patientenaufnahme, VSDM, ePA, eAU usw.“ Alles funktioniere wunderbar, fährt Vorbrodt fort. Auf seinem Schreibtisch stehen die nächsten sechs Kartenlesegeräte – HBA und ePA funktionieren bereits! Er beobachtet jedoch im Hinblick auf die ePA die Anbahnung einer enormen Komplexität in der Gemengelage Patient-Arzt-Pflege – „ich frage mich, ob Patienten am Ende wirklich den angedachten Nutzen ziehen können. Derzeit sehen wir ohnehin noch keine Anfragen von Patienten, und die Kostenträger sind nicht bereit. Eine Reihe von Fragen sind im Kontext der TI noch offen, insbesondere jene zur Finanzierung etwa des HBA.“ Die GKH nimmt (oder nahm?) gemeinsam mit AMC erfolgreich am Feldtest der gematik zu eAU teil – mit dem gesamten Workflow dahinter. „Solche Engagements machen Spaß, weil man die Ansätze jetzt noch mitsteuern kann“, sagt Vorbrodt.

Weitere konkrete Pläne

Künftig soll im GKH auch der Core Server der United Web Solutions zum Einsatz kommen. Dadurch wird schon jetzt der interoperable Datenaustausch durch Informationssysteme im Krankenhaus (ISiK) in Konformität mit den gesetzlich verpflichtenden Vorgaben der gematik gewährleistet. Zu zahlreichen Projekten zählt ferner die Realisierung des eMedikationsplans – ebenfalls laut künftiger Spezifikation der gematik, unter Umgehung von pdfs – mit ID medics, natürlich mit einem  UWS-Partner.

Enge Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen GKH und AMC sowie den Partnerfirmen aus dem Verbund der United Web Solutions (UWS) ist eng und intensiv, betont Vorbrodt: „Alle profitieren! Im Zusammenspiel entstehen tolle, tragfähige Ideen, auch im Kontext des KHZG. Dieses agile Unternehmen kennt seine Kunden sehr gut.“

Anbieterunabhängige, integrierte Systeme mit CLINIXX im Zentrum: Organisations- und Prozessmanager Moritz Vorbrodt sorgt für zukunftsrobuste IT-Lösungen am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin

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